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Archiv für den Monat Juli 2014

MH17 – Fragen, die niemand wagt zu stellen

Der mysteriöse Absturz des Malaysia Airlines Flug „MH-17“ wirft weiterhin unzählige offene Fragen & Spekulationen auf.

z.B.: wie mögen sich die trauernden Angehörigen, Partner, Freunde dabei fühlen, …

    • die sterblichen Überreste ihrer Lieben in einem Zustand zu wissen, der ein letztes Abschied-Nehmen vermutlich unmöglich macht
    • diesen auf absehbare Zeit (wie auch viele Familien der Bürgerkriegs-Opfer) mangels Zutritt auch nicht am Ort des Geschehens vollziehen zu können
    • beim pietätlosen Umgang1 Zutritt-Befugter wiederum zum Zuschauen verurteilt zu sein
    • mit den bürokratischen Erfordernissen eines Todesfalls konfrontiert, dabei aber
    • bislang (bzw. noch) im Unklaren, ob & ‚wie‘ die Angehörigen überhaupt „nach Hause“ kommen
    • …um ihre Toten während all dem von Politik vereinnahmt und Kriegstreibern instrumentalisiert zu wissen…?

tja, wie…? Ich kann an dieser Stelle nur mein ernstgemeintes Beileid ausdrücken.

(falls dieser zugegeben eher langweilige Text eventuelle Erwartungen enttäuscht hat – ich entschuldige mich im Voraus… dafür wird er aber vermutlich ne ganze Menge Klicks ‚generieren‘)


[1] Nein, die Separatisten waren’s diesmal nicht.

heute: Kunst

Kunst hat stets auch die Aufgabe, die Zuschauer mit gesellschaftlichen Defiziten zu konfrontieren – wobei es natürlich nicht ausbleibt, auch weniger ästhetische Werke zu schaffen, bzw. die Zuschauer bisweilen auch an die Schmerzgrenze zu führen.

Eine französische Künstler-Combo hat sich in einem Musik-Video ausführlich mit dem Leben von Schweinen beschäftigt: ihrem Verhalten in Rudel & freier Wildbahn, bis zur Vorbereitung der Schlachtung – die ab 01′00″ schonungslos gezeigt wird (ich muß zugeben, daß der Anblick auf mich nicht abstoßend, sondern i. Ggt. extrem euphorisierend wirkt… mir ist natürlich bewußt, daß es falsch ist, Tiere zu töten – aber wie das so ist: Geschmack wird bekanntlich erlernt).

Die Musik wird sicher nicht jeden Geschmack treffen; zum vollen Verständnis des Clips ist ebenfalls vonnöten, Frankreichs besonderes Verhältnis zu Schweinen zu kennen. Die Szenen, v.A. oben genannte, sind aber in jedem Fall beeindruckend – an dieser Stelle deshalb absolut verdient:

„Dans La Legende“ / Fonky Family

(ich distanziere mich ausdrücklich von Aufrufen zur Gewalt gegen Polizeibeamte)

Spaß beiseite: (mehr …)

@WM, kurzer Aufsatz

Nach längerer Abwesenheit, mal ein kurzer Text zum aktuell wohl „weltbewegendsten“ Ereignis – Fußball natürlich.

2 Sachen vorab:
1.) bin ich kein großer Fußball-Fan – ich schaue nur Länder-Spiele, Welt- & Europa-Meisterschaften; bin dann aber i.d. Regel wenigstens halbwegs enthusiastisch dabei…
da ich zur Zeit aber anderes um die Ohren hab, interessierte mich diese WM ziemlich wenig. Das erste Spiel das ich überhaupt verfolgt hab, war das Halbfinale gegen Brasilien.
2.) hielt ich bisher bei jeder WM/EM zu Deutschland – nicht aus Patriotismus oder daß mir etwa eine Mannschaft besonders sympathisch wäre, die sich Merkel anbiedert & regelrecht als „Hofmannschaft“ andient – sondern dem unbestimmten Gefühl, durch die DFB-Elf auch selbst „mit dabei“ zu sein…
dieses mal war’s aber genau anders herum, aus ebenso diffusem Bauchgefühl. Vielleicht wurde’s mir diesmal einfach zu viel mit den Sonntags-Patrioten; die, nicht nur mit Fahnen & Bändchen oft gut betucht, schwarz-rot-gold bemalt – ganz [ungewollt] nach dem Motto „Wir sind Deutschland“ – zur Party gehn; denen das Schicksal ihrer Mitmenschen (oder, wo wir schon bei Nationalfarben sind: Landsleute) am Existenzminimum aber am A*** vorbeigeht. Für die bleibt eventuell liegengelassenes Leergut, aber selten ein Blick übrig.

…aber – Glückskind das ich bin, musste es ja so kommen. Einmal absolut kein Interesse, und sie fliegen nicht raus, sondern ziehn mit guten Chancen ins Finale.

Einen positiven, und – je nachdem wie Fußball-Fan_atisch man ist – viel wichtigeren Nebeneffekt könnte ihr Ausscheiden aber für die Brasilianer selbst haben.

Wäre die „Seleção“ Weltmeister geworden – die Proteste gegen die mutmaßlich „teuerste WM der Geschichte“ wären vermutlich im Siegesrausch untergegangen & die (anhaltenden) Folgen[1] lange Zeit überschattet worden.
Gleichzeitig hätte ein Titel den Befürwortern quasi „Recht gegeben“, und ausgerechnet den wenigen profitierenden Institutionen (u.A. auch deutschen Firmen) in die Hände gespielt.

Die Chancen, daß die wahren Verlierer dieser WM ihre verdiente Aufmerksamkeit bekommen, stehen so jedenfalls deutlich besser. Eventuell sogar, daß das korrupte System „FIFA“ zumindest im Gastgeberland weiterhin nähere Beachtung findet…

…und zum Abschluß, nur nebenbei: auch wenn die Niederlande den Einzug ins Finale m.M.n. durchaus verdient hätten – auch der Ausgang des 2. Halbfinales heute abend hat mich beruhigt. Ein Bekannter hat für den Fall eines Aufeinandertreffens der beiden Fußball-“Erbfeinde“ mit deutschem Sieg schon „Kein Zutritt für Michels“ in Coffeeshops prophezeit – was zwar absolut gegen meine Erfahrung mit Holländern sprechen würde – aber man weiß ja nie, Murphy’s Law und so…
von daher: Gefahr in einem weiteren, weitaus wichtigeren Aspekt gebannt.


da zu den Folgen schon mehr als genug geschrieben wurde – nur als Auswahl [↑]

Amnesty InternationalKritik an sozialen Säuberungen
Solidar Suisse(k)ein Fest für alle
TazNur die FIFA profitiert
Heinrich-Böll-StiftungDossier: Fußball-WM 2014 in Brasilien
Heinrich-Böll-Stiftung, Deutsche Welle & Frankfurter Allgemeine zu Zwangsumsiedlungen (inkl. Olympia 2016)