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heute: Kunst

Kunst hat stets auch die Aufgabe, die Zuschauer mit gesellschaftlichen Defiziten zu konfrontieren – wobei es natürlich nicht ausbleibt, auch weniger ästhetische Werke zu schaffen, bzw. die Zuschauer bisweilen auch an die Schmerzgrenze zu führen.

Eine französische Künstler-Combo hat sich in einem Musik-Video ausführlich mit dem Leben von Schweinen beschäftigt: ihrem Verhalten in Rudel & freier Wildbahn, bis zur Vorbereitung der Schlachtung – die ab 01′00″ schonungslos gezeigt wird (ich muß zugeben, daß der Anblick auf mich nicht abstoßend, sondern i. Ggt. extrem euphorisierend wirkt… mir ist natürlich bewußt, daß es falsch ist, Tiere zu töten – aber wie das so ist: Geschmack wird bekanntlich erlernt).

Die Musik wird sicher nicht jeden Geschmack treffen; zum vollen Verständnis des Clips ist ebenfalls vonnöten, Frankreichs besonderes Verhältnis zu Schweinen zu kennen. Die Szenen, v.A. oben genannte, sind aber in jedem Fall beeindruckend – an dieser Stelle deshalb absolut verdient:

„Dans La Legende“ / Fonky Family

(ich distanziere mich ausdrücklich von Aufrufen zur Gewalt gegen Polizeibeamte)

Spaß beiseite: ein weiteres, „interaktives“ Kunstwerk von Piero Manzoni zielt auf die Defizite im Kunstmarkt selbst ab – die dabei allein durch die Interaktion offenbart wurden, was es MMN so genial macht: Künstlerscheiße.

Genial, weil sich Merde d’artista tatsächlich verkaufte. Obwohl von Manzoni offensichtlich (und auch laut eigener Aussage) als reine Satire-Aktion gestartet, fanden sich Käufer, die für das „Werk“ astronomische Summen auf-; und die Absurdität der modernen Kunstszene damit kaum deutlicher auf den Punkt brachten:
der Name zählt – wenn der passt, kann der Künstler aber wirklich (bildlich, seit Manzoni wörtlich gesprochen) jede „Scheiße zu Gold machen“.

Anfangs wurden die Dosen für den die Füllmenge von 30 g entsprechenden Goldpreis angeboten – damals 33,60 $. Der Verkaufserlös war weitaus höher: bei Sotheby’s ging noch im Oktober 2008 Dose № 83 (es gibt eine limitierte Auflage von nur 90 Stück) für 97.250 £ (umgerechnet 132.000 €) über den Tisch – eine Summe, für die sich eventuell auch eine Fälschung lohnen würde…(?)

Laut Manzoni allerdings unmöglich – in einem Brief verglich er Fäkalien mit einem Fingerabdruck. Aber der Künstler ist leider jung verstorben, und beim aktuellen Marktwert von je 100.000 € wäre ein DNA-Vergleich extrem kostspielig.

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2 Kommentare

  1. dingdong sagt:

    Dailymotionvideos einbetten sollte eigentlich keine große Kunst sein:

    http://en.support.wordpress.com/videos/dailymotion/

    • Garfield sagt:

      warum … erscheint das bei dir etwa als Link…??

      Bei mir wird das wie auch jedes andere YouTube-Video (z.B auf „Dokus“) angezeigt – draufklicken & wird hier abgespielt.

      [Nachtrag:]
      an der Stelle übrigens mal Dank an den Blog, von dem ich die meisten Infos über das Projekt „merde d’artista“ hab:
      Ceci n’est pas un blog

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