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ein Gedanke zur Berichterstattung

…mal eben so dahingeschrieben.
Heute, 21.45 auf Phoenix: das heute Journal über die „Panama Papers“ – Bilanz der Moderatorin ist ein Loblied auf den Westen – Zitat (ab 13′05″)

Eins fällt auf, und das läßt sich als positive Erkenntnis bennenen – unter den politischen Briefkastenhaltern befinden sich […] kaum solche aus westlichen, rechtsstaatlichen Demokratien. Ausnahmen bestätigen die Regel – und dazu kommen wir gleich – aber in der Gesamtschau kann man doch den Schluß ziehn: politische Systeme, in denen Spitzenpolitiker i.d. Regel nicht zugleich millionenschwere  Geschäftsleute sind, in denen es eine freie Presse gibt, und in denen der Wähler soviel Macht hat, daß Enthüllungen mit Amtsverlust einehrgehn […] ist es weniger üblich, daß Regierungsmitglieder und ihre Familien zig Mio. ins Ausland verschieben und ihre Vermögensverhältnisse verschleiern. Umso mehr fällt ins Auge, was die Panama-Paper über Island enthüllen

Zur „Macht der Wähler“ – kleine Korrektur: der Premier von Island hat angekündigt, nicht zurückzutreten. Davon ab: so weit, so fragwürdig. Westliche Politiker führen zwar bis auf „Ausnahmen“ keine Briefkastenfirmen, aber sonst… eine Aufzählung von Nebeneinkünften, „honorigen“ Vorträgen, Berufswechseln etc. spar ich mir hier mal.
Wie auch immer: jeder Superheld braucht auch einen Schurken – nach einem Bericht über die Ausnahme Island, dortige Proteste & die Online-Petition für den Rücktritt des Premiers – der Schwenk auf (tataa!) Putin.

Ab 19′07″ – „besonders interessant ist ja der Fall Putin“. Seine „engsten Freunde“ haben auffällig viel Geld durch Briefkastenfirmen ins Ausland gebracht – „Wer mit ihm sehr nah ist, wird reich“ – u.A. der Cellist Sergej Roldugin mit 30 Millionen Dollar.
Fazit: nichts genaues hat man nicht – obwohl speziell auf Putin nochmal „alles abgeklopft“ wurde.

Ich bin sicher kein Freund Putins – der die Oligarchen nicht entmachtet, sondern unter seine Knute genommen hat; die i.d. Panama-Papieren entdeckte „Spur des Geldes“ ist auf jeden Fall interessant und Verbindungen würden mich nicht wundern.

Aber der Ton macht die Musik. Die Art, in der hier auf Putin umgeschwenkt & er ins negative (Rampen-)Licht gestellt wird; das schon demonstrative Stochern – während gleichzeitig ein belegter Fall aus der selben Region – mit Poroschenko dazu quasi-Alliierter des Westens – eher am Rande erwähnt wird… wirkt schon sehr nach Kampagne.
Derartige Berichte sind wie Steilvorlagen. Lobgesang auf ‚DEN Westen‘, gefolgt vom Einschießen auf die Person Putin – auch wenn (im Ggs. zum ersten) nichts konkretes vorgelegt werden kann… und dann wundert man sich noch ernsthaft über Putin-Fanboys oder die „Lügenpresse“-Fraktion, von Elsässer & Co. bis zu „kritischen“ Blogs à la ‚Propagandaschau‘…? Bessere Vorlagen kann man ja kaum liefern.
Manche behaupten, auch negative PR wäre Werbung – bei Putins Medienpräsenz könnte man jedenfalls meinen, die Erde dreht sich um den Mann.

Man sollte meinen, die Öffentlich Rechtlichen hätten in der Zwischenzeit dazu gelernt – offensichtlich nicht. Im Gegenteil tun sie [unbewußt] weiter alles, um das „Lügenpresse“-Image aufrecht zu erhalten.
Nebenbei, @heute-journal: die Agitation war auch schon mal besser.

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