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Unrechtsstaat DDR: sogar der Trabbi war verwanzt

Kein tagesaktuelles Thema, warum schreib ich jetzt darüber? Qualitätsmerkmal eines zeitlosen Blogs, der nicht durchgetriebenen Säuen folgt! Nicht daß ich als Nicht-Autobesitzer das Thema über Terror, Flüchtlinge, AfD oder (…bei Verabschiedung:) Ukraine einfach verpennt hätte
Asche über mein Haupt – trotzdem ein Aufsatz zu „eCall“ – ab 2018 Pflicht für Neuwagen; soweit nicht durch techn. Gründe (Rettungsleitstellen) verzögert.
„Wehret den Anfängen“ ist schon lange vorbei – die Vorschrift aber nicht bloß weiter_er, sondern weiter Schritt zut totalen Kontrolle.

zur Sache datenschutz-notizen.de
Frankfurter Rundschau, Heise, Zeit,
Wikipedia

SIM-Karte, GPS, Mikrophon, … ständig auf Stand-By & entzieht sich dem Zugriff durch den Fahrer – was will der Überwacher mehr?
Natürlich ist z.B. das Erstellen von Bewegungsprofilen auch schon per „E-Maut“ oder Navi möglich, viele Hersteller verbauen ähnliche Systeme bereits ab Werk1 – dem kann man sich aber zumindest entziehn. Mit ‚eCall‘ wird der „gläserne PKW“ Standard.

„In der DDR waren sogar die Trabbis verwanzt, schon serienmäßig“
– weit hergeholt

Kritiker werden gern mal als „Datenparanoiker“ dargestellt, die konsequenterweise auch ihr Handy aus dem Auto verbannen müssten – das ist aber der Punkt: das Handy kann man daheim lassen. Wenn ich mir dazu den massiven Umfang vor Augen halte, den Überwachung bereits heute angenommen hat…2

Jaa, „wer nichts zu verbergen hat…“ – in dem Punkt teile teile ich aber mal die Meinung vieler US-Bürger – die ein gewisses Mißtrauen gegenüber dem Staat, und v.A. seiner möglichen Entwicklung haben. Natürlich wird auch in echten Demokratien™ hin & wieder mal Unfug mit erfassten Daten getrieben, und z.B. privat genutzt – sowas bleibt halt nicht aus.

Bildvorausschauende Reklame (Bild: Volkswagen)

Das Hacken von Fahrzeugen ist ein weiteres Thema. Die Möglichkeiten reichen vom „bloßen“ Auslesen der Daten bis zum Eingriff in die Steuerung – indirekt, indem Autopilot/Tempomat falsche Werte vorgespielt werden (z.B. GPS-Spoofing) – oder ganz direkt, durch Kontrolle von Lenkung & Bremsen.3
‚eCall‘ selbst soll zumindest relativ sicher sein, Einfallstore sind v.A. Sicherheitslücken in Online-Diensten.

Unabhängig von der EU-Vorschrift – der Trend geht allgemein zum „connected car“, auch wenn spektakuläre Hacks am Image gekratzt haben.
Mit ‚eCall‘ wird die Technik & für Apps nötige Plattform nun verpflichtend, bzw. gleich mitgeliefert. Hersteller können ihre eigenen Produkte dazupacken – Kompatibilität zu versch. Navi-Systemen ist praktischerweise schon Teil der Verordnung.

Huxley vs. Orwell

Die Vernetzung von Alles & Jedem hat zentralen Bereichen der Infrastruktur (wie Kraftwerken) bereits „offene Flanken“ beschert.
Nun wird der Straßenverkehr miteinbezogen – bei gleichzeitiger Tendenz, zunehmende Steuerungs-Komponenten dem Computer zu überlassen (Stichwort autonomes Fahren).

Welche Vorteile ein im PKW selbst „verbauter“ Internet-Zugang dem Faher unterm Strich bringt – mal dahingestellt …
Fokus von ‚eCall‘ sind Zeitgewinn und „Disco-Unfälle“ (die dann natürlich nicht im Funkloch stattfinden dürfen), so sollen bis zu 2.500 Menschen/Jahr gerettet werden können. Wenn man Menschenleben aufrechnet, kann natürlich kein Preis zu hoch sein – aber wie bei Bahnübergängen: egal wieviele Schranken man hochzieht, absolute Sicherheit ist unmöglich – das Leben ist tödlich.
… in jedem Fall auch Kosten: neben der Kontrolle über die Privatssphäre – das Auto ist künftig auf der Datenautobahn unterwegs, „Verkehrs“risiken inklusive.
Letzte Ausnahmen beseitigt die EU-Vorschrift.

wohin ‚ecall‘ führt

…mich persönlich – auf ein weiteres Thema: die Visionen des Hohepriester aller „Truther“, Alex Jones, von „gechippten“ Menschen wirkten noch vor kurzem leicht abgedreht…
doch Mikroelektronik unter der Haut ist keine Utopie mehr – und das nicht erst in „naher Zukunft“, sondern vielleicht auch schon 2018 heutefreiwillig.

Zumindest eins ist (relativ) sicher: sollen implantierte IDs dereinst mal Standard werden – über Zwang wird man sich kaum den Kopf zerbrechen müssen. Was auf den ersten Blick erschreckend wirkt, „erschließt“ sich mit der richtigen Herangehensweise:
welche Mutter will schon das Risiko eingehn, daß ihr Säugling vertauscht oder das Kleinkind im Notfall nicht schnell genug gefunden wird…? Wie verantwortungslos müsste so jemand sein…? Implantierte Elektronik – ein Herzschrittmacher ist doch auch nix anderes… wollt Ihr nicht gleich zurück auf die Bäume?!
Schon heute „schützen“ Eltern ihre Kinder mit Überwachungs-Apps oder GPS-Trackern ausgestatteten Handys.

Verbunden mit kleinen Gimmicks – die Uhrzeit nicht mehr am, sondern im Handgelenk tragen – immer dabei, MP3-Sammlung inklusive; nie mehr den Perso verlieren, etc – und viele werden sich noch um die Dinger reißen…

Zurück zu ‚eCall‘: die Online-Petition kam auf nicht mal 400 Unterzeichner – die Nachricht ging wohl nicht nur an mir vorüber. Aber jetzt ist ja eh gelaufen, also – lieber auf der Friedhofsbank sitzen bleiben. Weitergehn, hier gibt es nix zu sehn … (?)

Siehe auch: Sind wir noch zu retten? (Vanishing Point)


[1] Auswahl Notruf-/Telematiksysteme versch. Hersteller (Frankfurter Neue Presse)
[2] Fernmelde-Überwachung:
Die Abhör-Republik (Süddeutsche Zeitung‎); Telekom: Zahlen zur Telefonüberwachung mitgeteilt (Netflix); Otto Backes, Christoph Gusy: „Wer kontrolliert die Telefonüberwachung?“
[3] Hacken von Fahrzeugen:
„[…] bieten sich Angreifern diverse Ansatzpunkte. Einer liegt beim Connected Car in integrierten Mobilfunksystemen. Vor diesem Hintergrund erscheint die EU-Verordnung, die ab 2018 für alle Neufahrzeuge das SIM-basierte Notrufsystem eCall vorsieht, in ganz neuem Licht.“ (Computerwoche);
„Deutsche Forscher zeigten vor Kurzem sogar, wie sie per WLAN ein Virus in ein Auto brachten. Sie kaperten dazu die Funkverbindung zwischen dem Reifenluftdrucksensor und dem Rechner des Autos.“ (Zeit Wissen);
„Am Beispiel eines Jeep Cherokee zeigten Charlie Miller und Chris Valasek, dass sie von der Klimaanlage bis zu den Bremsen wesentliche Funktionen aus der Ferne manipulieren […] können.“ (ZDNet), vgl. dazu: relativierender Artikel (englisch);
‚GPS-Spoofing‘: Boot-Online
[Update: Formulierung, Darstellung, Siehe Auch]

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4 Kommentare

  1. Manfred Peters sagt:

    Qualität setzt sich mit und ohne Wanzen durch:
    http://www.ostsee-zeitung.de/Extra/Ratgeber/Auto-und-Verkehr/Erst-verschmaeht-jetzt-Kult-Aus-fuer-DDR-Autos-vor-25-Jahren
    Wenn Du aber einen Beitrag pro Jahr hier einstellst und Dich sonst auf zweifelhaften Foren rumtreibst, brauchst Du Dich nicht über mangelnde Aufmerksamkeit wundern. 😦

    • Garfield sagt:

      freut mich mal wieder was von Dir zu hören 😉

      das waren noch echte Autos an denen man auch ohne Mechatroniker werkeln konnte. Daß der Standort gewachsen ist tut der Vorschrift aber auch nichts mehr zur Sache, und Oldtimer-Preise… naja

      „auf zweifelhaften Foren“ …? ich treib mich eigtl kaum noch rum. Die Auswahl ist auch nicht mehr das was sie mal war, und wiesaussieht – tolerante Moderation, auf jeden Fall … aber für mich doch bißchen zu viel Klapsmühle.
      Du hast dich aber auch ziemlich rar gemacht…? letztens mal bei charlie gelesen, aber sonst…
      @Aufmerksamkeit – ich weiß gar nicht ob ich auf darauf so scharf bin. Für Umlaute muß ich inzw auf PCs von Kumpels & Verwandten zurückgreifen … und i-wie merk ich auch, bloggen ist eigtl gar nicht mein Ding. eigtl hab ich ständig vor hier dicht zu machen, k.A. warum ich hier überhaupt noch schreibe.
      Speziell dieses Thema/Entwicklung drückt mir aber schon auf dem Magen

    • Beatrice sagt:

      After I originally commented I clicked the -Notify me when new feedback are added- checkbox and now each time a comment is added I get four emails with the identical comment. Is there any way you81&2#7;ll be able to remove me from that service? Thanks!

  2. […] Möglichkeiten sich z.B. mit dem verpflichtenden Notrufsystem e-Call (kürzer + prägnanter: hier) bieten – das sicherheitstechnisch nur bedingt Vorteile bringt; […]

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