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Archiv der Kategorie: Alltag

Streik in Belgien (2)

hier Baustelle
Bei diesen *** *** in Uniformen gehts schonmal mit mir durch. Wenn ich Zeit & Lust hab, geh ich zwecks Differenzierung nochmal drüber… obwohl, eigtl kann man das auch so stehn lassen

Der letzte Beitrag ist nun drei Wochen her, schon da haben mich offenbares Desinteresse & mangelnde Resonanz im deutschsprachigen Netz – v.A. von NGOs, Blogs & (einschlägigen) Foren – zur akuten Situation in Belgien gewundert. Nicht mal die Rote Hilfe berichtete dazu (und ließ sich auch nicht dazu herab, meine Mail zu beantworten).
Wenigstens beim Arbeitskreis Gewerkschaften/Aachen liest man eine Stellungsnahme: Korpsgeist schlägt Humanismus.
Obwohl der AK/Aachen gut über die Zustände in den JVAs wissen dürfte, solidarisierte man sich von Beginn an mit den menschenverachtenden „Streik“-Methoden, die belgischen Folterknechte werden sogar als „Kollegen“ bezeichnet.

Stell Dir vor, nebenan wird gefoltert & keiner schaut hin

Im „Digitalen Zeitalter“ sorgen schon die geringsten Anlässe für einen #Aufschrei quer durch die Gesellschaft, ein Twitter-Account kann Shitstorms & Wellen der Empörung auslösen. Man braucht nur einen Internetzugang… tja.

Natürlich bringt der Streik gerade die linke Szene auch in eine Zwickmühle: auf der einen Seite Lohnarbeiter im Arbeitskampf (Solidarität!) – auf der anderen Menschen in Haft, Aussätzige der Gesellschaft (Soli… darität?!)
Zu wem hält man da – ohne Gefahr zu laufen, sich den Mund zu verbrennen…? Am besten einfach die Klappe halten.

Immerhin berichteten in der Zwischenzeit mehr dt. Medien zum belgischen Streik, u.A. die Junge Welt. Auch hier enttäuschend: der Titel „Armee der Streikbrecher“ verweist auf die zur Mindestversorgung eingesetzten Soldaten. Vielleicht ist es laut Autor Gerrit Hoekman ja an den Gefangenen, den Arbeitskampf aktiv zu unterstützen & für ihre Aufseher – stellvertretend – in Hungerstreik zu treten.

Bild https://scontent-cdg2-1.xx.fbcdn.net/v/t34.0-12/13231075_1750566645213535_1503784544_n.jpg?oh=c849a87928d1b61969b58ab562934f2c&oe=57554ED1
Gelände der Haftanstalt Lantin (via Alain Onkelinx)

Der Streik Ja - auch Beamte dürfen streiken: ihre Ziele; heiligt der Zweck Foltermittel?; Problem hausgemacht
Situation der Häftlinge allgemein; Visiten & sonstige Vorkommnisse; Klagen ... und in EU-"wischi-waschi"-Knästen mal aus der Toilette trinken müssen
Fazit "Resozialisierung" my ass

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Onkel Dagoberts Handy

„tl;dr“ Was bewirkt die (nicht ganz so) neue SIM-Verifizierung in der Praxis – und sind andere Punkte des Terrorpakets eigentlich nicht interessanter? Sind Vorschriften im Fall von Verfassungsschutz & Co. nicht eh nur Schall & Rauch…? Die Frage ob wir „auf dem Weg in einen Überwachungsstaat sind“ kann nur rhetorisch gemeint sein & Anonymität in jedem Fall ein hohes Gut

 

Im Rahmen des – natürlich alternativlosen (Punkt C) – Anti-Terror-Gesetzes wurde die „Identifikationspflicht“ für SIM-Karten beschlossen.
Dazu sagte Innenminister De Maizière, daß die Anmelde-Pflicht bereits Praxis ist – aber nur mangelhaft umgesetzt würde. Bisher hätte sich jedermann auch als „Dagobert Duck“ anmelden können.

Auch private SIM-Karten-Vertreiber haben Zugang zum Melderegister(!), vor Aktivierung wird der angegebene Name meist mit dazugehörigen Daten wie Geburtsdatum, -Ort, usw. abgeglichen, die man nicht im „Örtlichen“ findet. Ausnahmen gibt es – aber so rar, daß eine von den PIRATEN geplante „Massen-Falschanmeldung“ wieder abgesagt wurde.
In den meisten Fällen reicht es also nicht, mal eben so einen Namen samt Adresse „aus dem Telefonbch“ (Zitat De Maizière) zu nehmen.
Bis Inkrafttreten der Verordnung („spätestens ab dem achtzehnten des Folgemonats“, also dem 18. Juli) kann jeder das ja noch mal selbst versuchen.

Die Frage ist, was sich mit der SIM-Verifizierung in der Praxis ändert

Auch heute laufen fast alle SIM-Karten auf einen realen Namen; unabhängig davon ist es ein leichtes, über in Handys gespeicherte Daten & Verbindungsprotokolle an weitere Nummern/ Benutzer zu kommen – es dürfte also kein großes Problem sein, allein über das Umfeld die Nummer einer Zielperson herauszufinden.
Im umgekehrten Fall (Zuordnung Handy→Person) wird die nach wie vor mögliche Weitergabe schon aktivierter Karten auch mit dem Gesetz nicht verhindert – was natürlich auch den Behörden klar ist.

So oder so: in vielen Fällen werden einige Anschlüsse überwacht werden, bis klar ist, wer welche(s) Handy(s) benutzt.
Bisher waren davon „nur“ gezielte Personen betroffen – wird ein „verifiziertes Handy-Verzeichnis“ vielleicht dazu einladen, stille SMS an ganze Familien(-Namen) zu verschicken, auch in der TKÜ eine Art „Rasterfahndung“ Einzug halten, und der Umfang der Überwachung noch weiter zunehmen… oder eher anders herum?

…jedenfalls nicht sehr viel – interessanter sind eigentlich andere Punkte des Anti-Terror-Pakets

Z.B. daß europäische Geheimdienste und Polizei-Behörden auf gemeinsame Dateien zugreifen – so läßt sich via „Re-Import“ evtl. auch das Inland besser ausspähen; daß die Bespitzelung von unverdächtigen „Kontaktpersonen“ nun ausdrücklich erlaubt wird; oder die Bundespolizei verdeckte Ermittler bekommt, die auch zur „Gefahrenabwehr“ eingesetzt werden – auf deutsch gesagt: an fingierten Straftaten teilnehmen – dürfen.

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B, E, und die Meta-Ebenen

…bevor ich weiter ein anderes Blog vollspamme: meine Meinung @Böhmermann hier.

Satire? Klares Nein. Aber zur Demonstration … und der Kontext! … hat dem Publikum extra das Klatschen untergesagt – Ansage eines Comedey-Menschen während seiner Satire-Sendung, kann ja nur ernst gemeint sein.
Aber gut, warum nicht mal über Erdogan herziehn? Hat er sich redlich verdient, wie (fast) jeder Politiker.
Die persönliche Anrede H*** fällt jetzt also unter „Kunst“. Sonst war das Theater auf ebensovielen (Meta-)Ebenen fragwürdig, wie „genial“. Wirklich satirische Züge hatte auch, was z.T. in den Akt hineininterpretiert wurde – die ernstzunehmenden Varianten:

falls sein Ego nicht bloß extra3 toppen musste, wollte Böhmermann

A– zeigen, wie erpressbar wir uns gemacht haben
B – zeigen, daß es auch in Deutschland Zensur gibt
C – die Heuchelei des „je suis charlie“-Solidaritäts-Zirkus vorführen

Die Erpressbarkeit hat er auf jeden Fall vorgeführt. Ist Erpressbarkeit aber nicht immer irgendwo Teil von Realpolitik…? Jedenfalls hat er auf den fast schon vergessenen „Schah-Paragraphen“ aufmerksam gemacht. Check! ✓
Grobe Beleidigung & Meinung sind vielleicht aber doch 2 Paar Schuhe – und das Gedicht wohl eher erstes.
Im dritten Punkt hat sich aber das genaue Gegenteil erfüllt – fast mit Ansage, der „Skandal“ war ja Teil der Inszenierung:
seine Satire (zumindest in der Gesamtheit passt der Begriff) bestimmt die Nachrichten, das halbe Land ist von einer – dem Fall „Charlie Hebdo“ ganz ähnlichen – Stimmung erfüllt und Böhmermann Mainstream.
Alle Welt springt (natürlich ohne eigenes Risiko) auf den Zug & will auf der „richtigen“ Seite stehn: sogar der Springer-Chef stellt sich hinter ihn (ok, seine Freunde kann man sich nicht immer aussuchen), Künstler schreiben offene Briefe, jeder der bekannt ist oder werden will ruft zur Solidarität auf…
Auch „je suis Böhmermann“ ist inzwischen Slogan der Stunde – der auch von Politikern getragen wird, zwar nicht Hollande & Merkel – von Varoufakis bis zur AfD aber quer durch alle Lager.

Aus der Meta-Meta-… -Perspektive: das fällt dann wohl unter Real-Satire.

Ein ungutes Gefühl für mich: genau wie im Fall des „je suis charlie“-Hypes kommt zumindest unterschwellig eine gewisse Stimmung mit: überheblich, selbstgerecht, „wir sind besser“ – und vielleicht nicht nur als Erdogan persönlich (?)
Was bei Charlie Hebdo der Islam war, ist hier Anatolien – oder, kurz & knapp: „wir sind hier doch nicht in der Türkei!“

Als Bsp.: einfach mal versuchen, sich in einen Türken – von mir aus auch Kemalisten – zu versetzen – der nun aus Deutschland hört, aus Solidarität solle jeder Erdogan beleidigen (im Stil vielleicht nach dem extra übersetztem Vorbild, à la Ziegen***…?).
Merkel wurde im Hitlerkostüm gezeigt & und hat niemand angezeigt, löblich. Trotzdem sorgten die Bilder bei nicht wenigen dt. Steuerzahlern (die hier kein Positiv-Beispiel sein sollen) für stark erhöhten Puls – die griechische Existenznot wurde nicht als „mildernder Umstand“ vergeben. Von Erdogan wird kein Deutscher in die Not getrieben – im Gegenteil ist es Deutschland, daß sich Erdogan bedient.

Könnte es eventuell arrogant rüberkommen, den Schöpfer eines mit rassist. Klischees durchmixten Fäkaltheaterstücks (dem maximal eine Geldstrafe droht) zum Helden zu erklären – während i.d. Türkei wirklich kritische Stimmen in Haft sitzen…? oder bin ich da einfach zu sensibel?

whatever: charlie, böhmermann – je ne suis pas – auch wenn ich absolut kein Freund Erdogans bin. Finito.

(…und jetzt hab auch ich mich noch dazu hinreißen lassen, über diesen Scheiß zu schreiben)

Unrechtsstaat DDR: sogar der Trabbi war verwanzt

Kein tagesaktuelles Thema, warum schreib ich jetzt darüber? Qualitätsmerkmal eines zeitlosen Blogs, der nicht durchgetriebenen Säuen folgt! Nicht daß ich als Nicht-Autobesitzer das Thema über Terror, Flüchtlinge, AfD oder (…bei Verabschiedung:) Ukraine einfach verpennt hätte
Asche über mein Haupt – trotzdem ein Aufsatz zu „eCall“ – ab 2018 Pflicht für Neuwagen; soweit nicht durch techn. Gründe (Rettungsleitstellen) verzögert.
„Wehret den Anfängen“ ist schon lange vorbei – die Vorschrift aber nicht bloß weiter_er, sondern weiter Schritt zut totalen Kontrolle.

zur Sache datenschutz-notizen.de
Frankfurter Rundschau, Heise, Zeit,
Wikipedia

SIM-Karte, GPS, Mikrophon, … ständig auf Stand-By & entzieht sich dem Zugriff durch den Fahrer – was will der Überwacher mehr?
Natürlich ist z.B. das Erstellen von Bewegungsprofilen auch schon per „E-Maut“ oder Navi möglich, viele Hersteller verbauen ähnliche Systeme bereits ab Werk1 – dem kann man sich aber zumindest entziehn. Mit ‚eCall‘ wird der „gläserne PKW“ Standard.

„In der DDR waren sogar die Trabbis verwanzt, schon serienmäßig“
– weit hergeholt

Kritiker werden gern mal als „Datenparanoiker“ dargestellt, die konsequenterweise auch ihr Handy aus dem Auto verbannen müssten – das ist aber der Punkt: das Handy kann man daheim lassen. Wenn ich mir dazu den massiven Umfang vor Augen halte, den Überwachung bereits heute angenommen hat…2

Jaa, „wer nichts zu verbergen hat…“ – in dem Punkt teile teile ich aber mal die Meinung vieler US-Bürger – die ein gewisses Mißtrauen gegenüber dem Staat, und v.A. seiner möglichen Entwicklung haben. Natürlich wird auch in echten Demokratien™ hin & wieder mal Unfug mit erfassten Daten getrieben, und z.B. privat genutzt – sowas bleibt halt nicht aus.

Bildvorausschauende Reklame (Bild: Volkswagen)

Das Hacken von Fahrzeugen ist ein weiteres Thema. Die Möglichkeiten reichen vom „bloßen“ Auslesen der Daten bis zum Eingriff in die Steuerung – indirekt, indem Autopilot/Tempomat falsche Werte vorgespielt werden (z.B. GPS-Spoofing) – oder ganz direkt, durch Kontrolle von Lenkung & Bremsen.3
‚eCall‘ selbst soll zumindest relativ sicher sein, Einfallstore sind v.A. Sicherheitslücken in Online-Diensten.

Unabhängig von der EU-Vorschrift – der Trend geht allgemein zum „connected car“, auch wenn spektakuläre Hacks am Image gekratzt haben.
Mit ‚eCall‘ wird die Technik & für Apps nötige Plattform nun verpflichtend, bzw. gleich mitgeliefert. Hersteller können ihre eigenen Produkte dazupacken – Kompatibilität zu versch. Navi-Systemen ist praktischerweise schon Teil der Verordnung.

Huxley vs. Orwell

Die Vernetzung von Alles & Jedem hat zentralen Bereichen der Infrastruktur (wie Kraftwerken) bereits „offene Flanken“ beschert.
Nun wird der Straßenverkehr miteinbezogen – bei gleichzeitiger Tendenz, zunehmende Steuerungs-Komponenten dem Computer zu überlassen (Stichwort autonomes Fahren).

Welche Vorteile ein im PKW selbst „verbauter“ Internet-Zugang dem Faher unterm Strich bringt – mal dahingestellt …
Fokus von ‚eCall‘ sind Zeitgewinn und „Disco-Unfälle“ (die dann natürlich nicht im Funkloch stattfinden dürfen), so sollen bis zu 2.500 Menschen/Jahr gerettet werden können. Wenn man Menschenleben aufrechnet, kann natürlich kein Preis zu hoch sein – aber wie bei Bahnübergängen: egal wieviele Schranken man hochzieht, absolute Sicherheit ist unmöglich – das Leben ist tödlich.
… in jedem Fall auch Kosten: neben der Kontrolle über die Privatssphäre – das Auto ist künftig auf der Datenautobahn unterwegs, „Verkehrs“risiken inklusive.
Letzte Ausnahmen beseitigt die EU-Vorschrift.

wohin ‚ecall‘ führt

…mich persönlich – auf ein weiteres Thema: die Visionen des Hohepriester aller „Truther“, Alex Jones, von „gechippten“ Menschen wirkten noch vor kurzem leicht abgedreht…
doch Mikroelektronik unter der Haut ist keine Utopie mehr – und das nicht erst in „naher Zukunft“, sondern vielleicht auch schon 2018 heutefreiwillig. (mehr …)

ein Gedanke zur Berichterstattung

…mal eben so dahingeschrieben.
Heute, 21.45 auf Phoenix: das heute Journal über die „Panama Papers“ – Bilanz der Moderatorin ist ein Loblied auf den Westen – Zitat (ab 13′05″)

Eins fällt auf, und das läßt sich als positive Erkenntnis bennenen – unter den politischen Briefkastenhaltern befinden sich […] kaum solche aus westlichen, rechtsstaatlichen Demokratien. Ausnahmen bestätigen die Regel – und dazu kommen wir gleich – aber in der Gesamtschau kann man doch den Schluß ziehn: politische Systeme, in denen Spitzenpolitiker i.d. Regel nicht zugleich millionenschwere  Geschäftsleute sind, in denen es eine freie Presse gibt, und in denen der Wähler soviel Macht hat, daß Enthüllungen mit Amtsverlust einehrgehn […] ist es weniger üblich, daß Regierungsmitglieder und ihre Familien zig Mio. ins Ausland verschieben und ihre Vermögensverhältnisse verschleiern. Umso mehr fällt ins Auge, was die Panama-Paper über Island enthüllen

Zur „Macht der Wähler“ – kleine Korrektur: der Premier von Island hat angekündigt, nicht zurückzutreten. Davon ab: so weit, so fragwürdig. Westliche Politiker führen zwar bis auf „Ausnahmen“ keine Briefkastenfirmen, aber sonst… eine Aufzählung von Nebeneinkünften, „honorigen“ Vorträgen, Berufswechseln etc. spar ich mir hier mal.
Wie auch immer: jeder Superheld braucht auch einen Schurken – nach einem Bericht über die Ausnahme Island, dortige Proteste & die Online-Petition für den Rücktritt des Premiers – der Schwenk auf (tataa!) Putin.

Ab 19′07″ – „besonders interessant ist ja der Fall Putin“. Seine „engsten Freunde“ haben auffällig viel Geld durch Briefkastenfirmen ins Ausland gebracht – „Wer mit ihm sehr nah ist, wird reich“ – u.A. der Cellist Sergej Roldugin mit 30 Millionen Dollar.
Fazit: nichts genaues hat man nicht – obwohl speziell auf Putin nochmal „alles abgeklopft“ wurde.

Ich bin sicher kein Freund Putins – der die Oligarchen nicht entmachtet, sondern unter seine Knute genommen hat; die i.d. Panama-Papieren entdeckte „Spur des Geldes“ ist auf jeden Fall interessant und Verbindungen würden mich nicht wundern.

Aber der Ton macht die Musik. Die Art, in der hier auf Putin umgeschwenkt & er ins negative (Rampen-)Licht gestellt wird; das schon demonstrative Stochern – während gleichzeitig ein belegter Fall aus der selben Region – mit Poroschenko dazu quasi-Alliierter des Westens – eher am Rande erwähnt wird… wirkt schon sehr nach Kampagne.
Derartige Berichte sind wie Steilvorlagen. Lobgesang auf ‚DEN Westen‘, gefolgt vom Einschießen auf die Person Putin – auch wenn (im Ggs. zum ersten) nichts konkretes vorgelegt werden kann… und dann wundert man sich noch ernsthaft über Putin-Fanboys oder die „Lügenpresse“-Fraktion, von Elsässer & Co. bis zu „kritischen“ Blogs à la ‚Propagandaschau‘…? Bessere Vorlagen kann man ja kaum liefern.
Manche behaupten, auch negative PR wäre Werbung – bei Putins Medienpräsenz könnte man jedenfalls meinen, die Erde dreht sich um den Mann.

Man sollte meinen, die Öffentlich Rechtlichen hätten in der Zwischenzeit dazu gelernt – offensichtlich nicht. Im Gegenteil tun sie [unbewußt] weiter alles, um das „Lügenpresse“-Image aufrecht zu erhalten.
Nebenbei, @heute-journal: die Agitation war auch schon mal besser.

Das Böse

eben gesehn & ab sofort in der Videothek Ihrer Wahl erhältlich – ein zeitloses Thema: „Täter ohne Reue“

Das Phänomen der Sozio- bzw. Psychopathie – in Gutachten als dissoziale Persönlichkeitsstörung bezeichnet, auch wenn es keine eindeutige ICD-Klassifikation gibt, sich Wissenschaft in Bezeichnung & Thematik noch weitgehend uneinig ist und manche Werke (nicht nur) in Wortwahl eher an Zeiten von Hexenbulle & Co. erinnern[1] – erfreut sich zunehmender Aufmerksamkeit.

Die Doku setzt sich mit dem Thema auseinander, kommt zu dem Fazit daß „freier Wille“ ein Mythos ist & läßt den Zuschauer mit der nüchternen Lektion zurück, weder „besser“ noch viel anders als der „Teufel von nebenan“ zu sein – sondern unter Umständen genau wie der Massenmörder der SS gehandelt zu haben


Dokumentation von Karin Jurischick ℗ Bildersturm-Filmproduktion


[1] siehe u.A. Martha Stout („Der Soziopath von nebenan“); Psychologie News„Woran wir einen Soziopathen erkennen“

je ne suis pas charlie

bzw je n’étais pas

Satire…

ein interessanter Aufsatz darüber, was Satire ist & darf, kam zum Ergebnis (-unter Anderem & kurz gefasst-): sie tritt nach oben, nicht nach unten.

Darüber, ob „der“ Islam ‚unten‘ ist läßt, sich natürlich streiten – während IS, Abbu Sayyaf, Al Kaida etc pp ihre wehrlosen Gefangenen massakrieren – allerdings sind IS & Co. eben auch nicht der Islam.
Seit dem 11. September 2001 haben Muslime in aller Welt – ob gläubig, religiös, oder nicht – bereits genug unter Vorurteilen & über-den-Kamm-scheren zu leiden – was in Relation etwa so wäre, als ob ALG-2-Empfänger mit Occupys „1%“ gleichgesetzt würden, nur weil sie aus der westl. Welt kommen.
Demnach treten die Karikaturen eindeutig nicht nach „unten“ – sondern sind bestes Stammtisch-Niveau & voll auf Mainstream-Linie.

hin oder her

unterm Strich zementieren diese Karikaturen – ob beim Karikaturen-Streit oder ‚Charlie Hebo‘ – nur die gleichen Vorbehalte wie Sarrazins „Bälger werfende Kopftuchmädchen“  (oder so Ähnlich). Der Unterschied ist bloß das Niveau – wobei ich mich bei manchen Karikaturen frage, wer hier wen unterbietet.

…gibt es auch sowas wie Respekt

und das ist der Hauptpunkt. Dürfen, Können & Tun sind 3 verschiedene Dinge. Schon bei den Karikaturen in Dänemark kam mir das bewußte Nachdrucken wie das trotzige Verhalten kleiner Kinder vor.
Auch wenn ich unsern Bundesprediger nicht mag, ich beleidige nicht seine Mutter; man muß kein Fan Ignatz Bubis‘ gewesen sein, aber seine Grabschändung (auch ein „künstlerischer Akt“) war unterste Schublade – gewisse ‚zivilisatorische‘ Standards vorausgesetzt zumindest.
Sicher darf Religion kein Freifahrtschein sein – aber kann man die Mehrzahl der friedliebenden Muslime nicht einfach mal unbehelligt lassen, statt sie – ohne Not – zu beleidigen?

Keine Frage – der Anschlag am 7. Februar war kaltblütiger Mord & durch nichts zu rechtfertigen

Allerdings sind Anschläge & (Mord)Drohungen gegen Journalisten bei weitem keine Seltenheit. Sobald die Täter aus islamischem Umfeld stammen, scheint die Sache aber ein Fall für sich zu sein: Die Welt hat hierfür eigens eine Statistik erstellt – als kleine Auswahl zum Vergleich (unvollständig)

1999 – NATO bombardiert den Fernsehsender RTS, 16 Tote, 16 Verletzte
2001 – zu Beginn des Afghanistankriegs wird das al-Jazeera-Büro Kabul bombardiert
2003 – US-Truppen beschießen das Hotel „Palestine“, mind. 3 Tote, 4 Verletzte
2006 – 5 Attentäter ermorden Anna Politowskaja
2007 – minderjähriger Rechtsextremist ermordet Hrant Dink
2008 – in Hamburg greifen Neonazis verschiedene Journalisten an, ? Verletzte
2014 – Morddrohungen gegen Lokalredaktion der Lausitzer Rundschau
2014 – in Mexiko ermorden Unbekannte Octavio Rojas Hernández

Allein in den vergangenen 3 Jahren kamen über 200 Reporter in Ausübung ihres Jobs ums Leben – Krisengebiete außen vor (⅔ aller Todesfälle) ist eine der tödlichsten Regionen dabei Südamerika, „provozieren“ tun hier v.A. Recherchen über Organisierte Kriminalität & polit. Korruption. Bei Übergriffen sind die Täter nicht selten staatliche Organe: 2014 sorgte in Venezuela z.B. die Nationalgarde für 62 % aller Attacken. Den Rekord von Journalisten in Haft hält regelmäßig China, 2012 ging er allerdings mit 30:42 an die Türkei – soviel zur „Gefahr fürs Presserecht“.[1]

Bitte hinten anstellen

Bei der Opferverwertung haben die „Richtigen“ Vorrecht. Während PEGIDA & „Front National“ die Anschläge miß-brauchen – gut zu ge-brauchen waren sie in jedem Fall. Gesetzesverschärfungen kommen auf den Tisch, und ein gemeinsames Feindbild ist schließlich auch immer nützlich. (mehr …)