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Archiv der Kategorie: Realsatire

Intermezzo

bevor ich weitere Filme poste – mal ein Stück Realsatire.
Irgendwann in den letzten Tagen strahlte Phoenix die Dokumentation Die Gestapo* aus; Inhalt waren neben der Gestapo auch die Verbrechen anderer Polizeieinheiten im Dritten Reich, in Deutschland selbst wie hinter der Front.

Als der ehemalige Chef der Gestapo Kurt Lischka in Deutschland schließlich & endlich der Prozeß gemacht wurde – 1979, mehr als 34 Jahre nach Kriegsende – hatte Walter Vollmer von der Kripo Köln die Ehre, ihn zu vernehmen. Zitat (ab 8′25″):

ich habe ihn in sehr schlimmer Erinnerung, wie er nach diesen vielen Jahren immer noch glaubte in mir son‘ Kumpel zu sehn – „ich war ja auch einer – aus der politischen Polizei“, und er dann mit der Äußerung kam: „ja was hätten Sie denn gemacht, das war doch befohlen“
Und da ist mir das so deutlich geworden, daß das der grundsätzliche Unterschied ist – zwischen der Polizei damals, und der Polizei heute

…wie jetzt? Die Polizei heute führt keine Befehle mehr aus…?

Die (wenigen bekannten) Übergriffe sind nur Einzelfälle; und die Aktionen von Heiligendamm, über Stuttgard 21 bis zur Roten Flora (um nur mal die „berühmtesten“ zu nennen) geschahen alle auf Eigeninitiative.
Und wenn die Todesstrafe wieder eingeführt würde – alle Justizbeamten würden ihren Job schmeißen… is klar.

Man muß dem Mann natürlich zu Gute halten: er ist nunmal selbst Polizist. Lügen gehört zu seinem Auftrag, daß Polizisten keine Ehre haben ist halt berufsbedingt – diese Selbstgerechtigkeit ist aber schon speziell.

*) in Deutschland ist der verlinkte Teil nur über Proxy abrufbar, z.B. diese: – klick –

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heute: Kunst

Kunst hat stets auch die Aufgabe, die Zuschauer mit gesellschaftlichen Defiziten zu konfrontieren – wobei es natürlich nicht ausbleibt, auch weniger ästhetische Werke zu schaffen, bzw. die Zuschauer bisweilen auch an die Schmerzgrenze zu führen.

Eine französische Künstler-Combo hat sich in einem Musik-Video ausführlich mit dem Leben von Schweinen beschäftigt: ihrem Verhalten in Rudel & freier Wildbahn, bis zur Vorbereitung der Schlachtung – die ab 01′00″ schonungslos gezeigt wird (ich muß zugeben, daß der Anblick auf mich nicht abstoßend, sondern i. Ggt. extrem euphorisierend wirkt… mir ist natürlich bewußt, daß es falsch ist, Tiere zu töten – aber wie das so ist: Geschmack wird bekanntlich erlernt).

Die Musik wird sicher nicht jeden Geschmack treffen; zum vollen Verständnis des Clips ist ebenfalls vonnöten, Frankreichs besonderes Verhältnis zu Schweinen zu kennen. Die Szenen, v.A. oben genannte, sind aber in jedem Fall beeindruckend – an dieser Stelle deshalb absolut verdient:

„Dans La Legende“ / Fonky Family

(ich distanziere mich ausdrücklich von Aufrufen zur Gewalt gegen Polizeibeamte)

Spaß beiseite: (mehr …)

Link-Tipp

Manchmal entdeckt man im Netz doch noch echte Perlen… kürzlich bin ich auf einen sensationellen Blog gestoßen, den ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte:

Der Bums Blog – So fickt man richtig!

Bevor an „Olli“s Erlebnisberichten irgendwelche Zweifel aufkommen –
dass ich nicht einfach nur labere“ kann er klar mit Fotos beweisen.
Eindrucksvoll auch der literarische Stil, der sogar im Vergleich mit Porno-Heften bemerkenswert ist.

Während ich mir noch überlege, den Blog in meine Favoriten aufzunehmen, sei auf eine weitere Top-Site aus den Weiten des www hingewiesen (dank an burks):
die Dr. Gernot Hochbürder-Stiftung – die ihren Kunden hilft, u.A. Impotenz & Entmündigung zu entgehen.


( – Typos raus, Formulierung – )

Agitation der Woche

Der begehrte Preis für Agitation der Woche geht an’s… ♫ tataa: ARD-Morgenmagazin!

Montag berichtete es über die Gründung der „Ukrainischen Nationalgarde“.
„MoMa“-Reporter Markus Preiß begleitete des jungen Freiwilligen Nikita Beljakow durch die Rekrutierung, sah sich Ausbildungs-Gelände an & sprach mit Ausbildern der neuen Nationalgarde…
im weiteren Verlauf wurde das „Personal“ dann  ausschließlich als Soldaten, die Truppe als Armee bezeichnet – als ob es sich hier um die ganz normalen Streitkräfte der Ukraine handeln würde, keine paramilitärische Miliz – dabei viel, viel Pathos; größte Bewunderung  für den Patriotismus – und Hoffnung, daß dieser „nie gebrochen wird“
Preiß bangte dabei allein um das Schicksal der „Jungs“ – wo derartig kompromissloser Patriotismus hinführen könnte, macht ihm dagegen keine Sorgen.

Nach Auflösung von „Berkut“ wurde die neue Nationalgarde ins Leben gerufen, Chef des Sicherheits- und Verteidigungsrats Andrej Parubi will der Nationalgarde die Hälfte der 40.000 einberufenen Reservisten zuteilen, viele Freiwillige kommen aus der Maidan-Bewegung.
Wg. evtl. befürchteter Illoyalität der Streitkräfte soll sie vielleicht sowas wie die syrische „NDF“ werden – unter ggb. Umständen grundsätzlich nachvollziehbar…
zu hören (5′28″) daß Ausbilder „Vitali“ bereits Maidan-„schlachterfahren“ ist, macht aber leicht hellhörig, auch wenn das erstmal nicht viel heißen muß – laut WSWS sollen ihre Mitglieder aber tatsächlich v.A. aus dem rechtsextremen Umfeld kommen.[1]

Wie auch immer – beim „MoMa“ werden die ca. stündlich wiederholten Beiträge i.d. Regel nur beim ersten Mal vollständig gezeigt, danach leicht gekürzt.
…und bei den folgenden Beiträgen fehlte dann auch „zufällig“ gerade der Teil, in dem die Truppe als „Nationalgarde“ benannt wurde – so daß der Zuschauer den Eindruck haben musste, er würde hier nur ganz normale Rekruten in der Grundausbildung sehen.
Für „Spät“aufsteher war die eigentliche Nachricht – Neu-Gründung einer paramilitärischen Einheit – so nicht mehr ersichtlich. V.A. bleibt der sich aufdrängende Eindruck, daß sich ein Rechtsextremer seine Miliz aufbaut, aus.
Das ist doch mal professionell-subtile Agitation wie aus dem Lehrbuch (v.A. da die ÖR in den letzten Jahren stark nachgelassen haben) – der erste Platz ist also hochverdient.

Die weiteren Plätze:

(mehr …)

Zitat des Tages

…bzw. der Nacht.

Daniel Cohn-Bendit bei „Precht“:

„…indem es [Afghanistan] New York angegriffen hat“

Die Sendung würde natürlich noch viel mehr hergeben (z.B. Syrien & Giftgas…) – aber auch meine Zeit ist nur begrenzt, deshalb verweise ich masochistische geneigte Leser einfach ans ZDF.
Die kompletten Ergüsse von Cohn-Bendit, inkl. hochkomplexer Abhandlungen über Raketen-Ballistik (30′15″ – muß sich hier sogar Precht ein Lachen verkneifen?), lassen sich dort – noch – in der Mediathek bewundern.

Oben genanntes Zitat mit Kontext ab 28′20″