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Streik in Belgien (2)

hier Baustelle
Bei diesen *** *** in Uniformen gehts schonmal mit mir durch. Wenn ich Zeit & Lust hab, geh ich zwecks Differenzierung nochmal drüber… obwohl, eigtl kann man das auch so stehn lassen

Der letzte Beitrag ist nun drei Wochen her, schon da haben mich offenbares Desinteresse & mangelnde Resonanz im deutschsprachigen Netz – v.A. von NGOs, Blogs & (einschlägigen) Foren – zur akuten Situation in Belgien gewundert. Nicht mal die Rote Hilfe berichtete dazu (und ließ sich auch nicht dazu herab, meine Mail zu beantworten).
Wenigstens beim Arbeitskreis Gewerkschaften/Aachen liest man eine Stellungsnahme: Korpsgeist schlägt Humanismus.
Obwohl der AK/Aachen gut über die Zustände in den JVAs wissen dürfte, solidarisierte man sich von Beginn an mit den menschenverachtenden „Streik“-Methoden, die belgischen Folterknechte werden sogar als „Kollegen“ bezeichnet.

Stell Dir vor, nebenan wird gefoltert & keiner schaut hin

Im „Digitalen Zeitalter“ sorgen schon die geringsten Anlässe für einen #Aufschrei quer durch die Gesellschaft, ein Twitter-Account kann Shitstorms & Wellen der Empörung auslösen. Man braucht nur einen Internetzugang… tja.

Natürlich bringt der Streik gerade die linke Szene auch in eine Zwickmühle: auf der einen Seite Lohnarbeiter im Arbeitskampf (Solidarität!) – auf der anderen Menschen in Haft, Aussätzige der Gesellschaft (Soli… darität?!)
Zu wem hält man da – ohne Gefahr zu laufen, sich den Mund zu verbrennen…? Am besten einfach die Klappe halten.

Immerhin berichteten in der Zwischenzeit mehr dt. Medien zum belgischen Streik, u.A. die Junge Welt. Auch hier enttäuschend: der Titel „Armee der Streikbrecher“ verweist auf die zur Mindestversorgung eingesetzten Soldaten. Vielleicht ist es laut Autor Gerrit Hoekman ja an den Gefangenen, den Arbeitskampf aktiv zu unterstützen & für ihre Aufseher – stellvertretend – in Hungerstreik zu treten.

Bild https://scontent-cdg2-1.xx.fbcdn.net/v/t34.0-12/13231075_1750566645213535_1503784544_n.jpg?oh=c849a87928d1b61969b58ab562934f2c&oe=57554ED1
Gelände der Haftanstalt Lantin (via Alain Onkelinx)

Der Streik Ja - auch Beamte dürfen streiken: ihre Ziele; heiligt der Zweck Foltermittel?; Problem hausgemacht
Situation der Häftlinge allgemein; Visiten & sonstige Vorkommnisse; Klagen ... und in EU-"wischi-waschi"-Knästen mal aus der Toilette trinken müssen
Fazit "Resozialisierung" my ass

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Nordkaukasus

mein PC macht in letzter Zeit komische Geräusche & scheint langsam den Geist aufzugeben… kein Ersatz in Sicht, also bevor es zu spät ist: Zeit, meinen Pseudo-Blog endlich für was vernünftiges zu nutzen – nämlich Filme zu posten.

Weil vor 20 Jahren der erste Tschetschenienkrieg begann, fange ich mit Dokus an. Wenige Dokumentationen über das Thema sind so einfühlsam, ohne dabei in Pathos oder s/w-Malerei zu verfallen, wie einige (Betonung) russisch-sprachige Produktionen aus den 90er / frühen 2000er Jahren.

Besonders beeindruckend war für mich „Gefangene des Kaukasus“.
Juri Chaschtschewatskij kommentiert das Material seines Kameramanns Edik Dschafarow. Beide hatten vor, eine Reportage über ihre Arbeit zu machen – und so Bildmaterial zu zeigen, daß es sonst selten in die Nachrichten schafft. Der Titel leitet sich von Leo Tolstois Novelle aus dem Jahr 1872 ab.
Mit dem für J.C. typischen, ironischen Unterton wird der Konflikt unparteiisch & objektiv kommentiert; der Film ist dabei nicht auf die „große Politik“ fokussiert – sondern die Menschen auf beiden Seiten, die deren Konsequenzen zu schultern haben. Im Rahmen der Doku teilt Chaschtschewatskij sein Zugabteil mit einem Oberleutnant – und kommt nach dessen Schilderungen zum Schluß: die schlimmste Folge des Kriegs ist nicht der Tod – sondern daß er Menschen zu Bestien macht

Prisoners of the Caucasus (OT: Кавказские пленники) – Belorußland, 2002 [russisch, engl. Untertitel]

***

Die zweite Doku ist eigentlich weniger mein Ding (und auch nur im weitesten Sinne „russisch-sprachig“, was aber weniger zur Sache tut), weil Rockmusik zu Ruinen-Kulisse MMN ein typischer Fall sog. „Anti“-Kriegsfilme ist… der Großteil ist aber sehr aufschlußreich:
Fokus der Doku ist Kosake Oberst Pjotr Kosow aus Inguschetien und sein Bemühen, zwischen beiden Parteien zu verhandeln, für die Mütter russischer Soldaten deren Schicksal in Erfahrung zu bringen & Gefangenenaustausche zu organisieren. Besondere Momente: Einwohner niedergebrannter Dörfer schildern ihr Martyrium; ein russischer Oberst nennt seinen Vorgesetzten vor laufender Kamera einen „verdammten Lügner“ (ab 29″39′), weil dieser – allen Umständen zum Trotz – verspricht, den eingeschlossenen Überlebenden des Massakers von Samaschki eine Lokomotive zur Evakuierung zu schicken

The Betrayed – Clive Gordon, 1995
[englische UT, schlechte Qualität]


Update – weitere Infos zum Beginn & Verlauf des Tschetschenienkonflikts: Russland-Blog; Bildmaterial (via Tagesschau vor 20 Jahren) auf Mein Tschetschenien

Das Böse

eben gesehn & ab sofort in der Videothek Ihrer Wahl erhältlich – ein zeitloses Thema: „Täter ohne Reue“

Das Phänomen der Sozio- bzw. Psychopathie – in Gutachten als dissoziale Persönlichkeitsstörung bezeichnet, auch wenn es keine eindeutige ICD-Klassifikation gibt, sich Wissenschaft in Bezeichnung & Thematik noch weitgehend uneinig ist und manche Werke (nicht nur) in Wortwahl eher an Zeiten von Hexenbulle & Co. erinnern[1] – erfreut sich zunehmender Aufmerksamkeit.

Die Doku setzt sich mit dem Thema auseinander, kommt zu dem Fazit daß „freier Wille“ ein Mythos ist & läßt den Zuschauer mit der nüchternen Lektion zurück, weder „besser“ noch viel anders als der „Teufel von nebenan“ zu sein – sondern unter Umständen genau wie der Massenmörder der SS gehandelt zu haben


Dokumentation von Karin Jurischick ℗ Bildersturm-Filmproduktion


[1] siehe u.A. Martha Stout („Der Soziopath von nebenan“); Psychologie News„Woran wir einen Soziopathen erkennen“

heute: Kunst

Kunst hat stets auch die Aufgabe, die Zuschauer mit gesellschaftlichen Defiziten zu konfrontieren – wobei es natürlich nicht ausbleibt, auch weniger ästhetische Werke zu schaffen, bzw. die Zuschauer bisweilen auch an die Schmerzgrenze zu führen.

Eine französische Künstler-Combo hat sich in einem Musik-Video ausführlich mit dem Leben von Schweinen beschäftigt: ihrem Verhalten in Rudel & freier Wildbahn, bis zur Vorbereitung der Schlachtung – die ab 01′00″ schonungslos gezeigt wird (ich muß zugeben, daß der Anblick auf mich nicht abstoßend, sondern i. Ggt. extrem euphorisierend wirkt… mir ist natürlich bewußt, daß es falsch ist, Tiere zu töten – aber wie das so ist: Geschmack wird bekanntlich erlernt).

Die Musik wird sicher nicht jeden Geschmack treffen; zum vollen Verständnis des Clips ist ebenfalls vonnöten, Frankreichs besonderes Verhältnis zu Schweinen zu kennen. Die Szenen, v.A. oben genannte, sind aber in jedem Fall beeindruckend – an dieser Stelle deshalb absolut verdient:

„Dans La Legende“ / Fonky Family

(ich distanziere mich ausdrücklich von Aufrufen zur Gewalt gegen Polizeibeamte)

Spaß beiseite: (mehr …)